Drei der renommierten "ERC Starting Grants" gehen an die TU Berlin

Donnerstag, 13. Juli 2010, TU-Medieninformation Nr. 217/2010

Europäischer Forschungsrat vergibt 3,2 Millionen Euro an international herausragende Nachwuchswissenschaftler

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) hat gleich drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Berlin ein "ERC Starting Grant" bewilligt. Die Ausgezeichneten sind die Physikerin Prof. Dr. Janina Maultzsch sowie die Mathematikerin Prof. Dr. Olga Holtz und der Mathematiker Prof. Dr. Peter K. Friz.

Mit den "Starting Grants" unterstützt der ERC international herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler beim Auf- oder Ausbau einer unabhängigen Forschungsgruppe im Bereich der Grundlagenforschung. Das seit 2007 ausgeschriebene Programm zeichnet jährlich etwa 250 Projekte aus. In diesem Jahr gingen insgesamt 2873 Anträge ein. Alle drei Vorhaben der TU Berlin laufen über einen Zeitraum von fünf Jahren.

"Nachdem im vergangenen Jahr bereits der Ingenieurwissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Oliver Paschereit und der Mathematiker Prof. Günter  M. Ziegler mit "ERC Grants" ausgezeichnet wurden, freue ich mich außerordentlich darüber, dass nun auch zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen und ein Nachwuchswissenschaftler unserer Universität die ‚ERC Starting Grants' erhalten haben. Diese europäischen Auszeichnungen unterstreichen einmal mehr,  dass sich die TU Berlin als international anerkannte Wissenschaftseinrichtung weiter im Aufwind befindet", sagte Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU Berlin.

Janina Maultzsch erhält die Fördersumme von circa 1.470.000 Euro für ihre Forschungen zur Charakterisierung und Kontrolle von Kohlenstoff-Nanomaterialien. Kohlenstoff-Nanoröhrchen und Graphen sind neuartige Materialien mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Mikroelektronik und den Materialwissenschaften. Aufgrund ihrer geringen Größe (ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters) sind ihre optischen und elektronischen Eigenschaften vor allem durch die Anordnung der Atome bestimmt und nicht - wie bei makroskopisch großen Materialien - durch die chemische Zusammensetzung.

Ziel des Projekts ist es, den genauen Ein-fluss der atomaren Struktur auf diese Eigenschaften umfassend zu verstehen, und - darauf aufbauend - Konfigurationen zu untersuchen, die für elektronische Anwendungen vorstellbar sind. Das Projekt soll darüber hinaus Möglichkeiten aufzeigen, die physikalischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen und Graphen gezielt zu kontrollieren beziehungsweise diejenigen Strukturen zu selektieren, die für eine Anwendung die erwünschten Eigenschaften besitzen. Hierfür werden optische Spektroskopie, insbesondere Schwingungsspektroskopie, und theoretische Simulationen eingesetzt.

Zur Person:

Janina Maultzsch studierte an der TU Berlin Physik und promovierte dort 2004. Als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung ging sie an die Columbia University in New York. Seit Juni 2008 ist sie Juniorprofessorin an der TU Berlin.

 

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Prof. Dr. Janina Maultzsch
Institut für Festkörperphysik